:::: Das TV - Duell :::: (26. August 2002)
 
sie kahmen; sie sahen und sie bewegten ihre münder....
ja; es ist wahlkampfzeit in deutschland.
die zeit kinder zu küssen und arbeitern die hand zu schütteln.
just in diesem zusammenhang habe ich mir gestern das gesamte
TV - Duell angesehen. ich war nicht einmal gelangweilt davon.
es scheint das stoiber ede doch tatsächlich dazugelernt hat.
perfekt gebräunt stand er da.

man beachte die doppeldeutigkeit dieser formulierung.
sogar zwei rhetorische finessen sind mir von ihm im
gedächniss geblieben. zunächst sei hier die titulierung
des kanzlers als "inkarnation der sozialen gerechtigkeit"
genannt. doch; ich mußte schmunzeln. gegen ende packte er
sogar noch ein zitat des kanzlers aus: "was der stoiber anpackt;
das zieht er auch durch". ok; das waren wohl seine lichten momente
in diesem "duell". bevor ichs vergesse; das überwort der debatte
war wohl der terminus der staatshygiene. grins. was gibt es zu ede
noch zu sagen? ich fand es interessant das er sich zum anwalt der armen
und ostler machte. naja; ansich fehlte ihm nur noch die strumpfhose
und der bogen. aber ernsthaft: verwundert hat mich der ede als er
den "deutschen weg" als formulierung kritisiert hat; das er die
verordnete deutschduckerei mitträgt hätte ich nicht erwartet.
und das letzte wort zu ede: er hat offensichtlich grinsUnterricht
gehabt. seine zähne haben mich fast geblendet.... nun aber zum kanzler:
in gewohnt oppurtunistischer manier argumentierte er vor sich hin.
teilweise auch an der frage vorbei; was man seinem kontrahenten allerdings
auch ankreiden muß. höchst interessant fand ich auch die ausführungen
zum frauenbild der beiden. wobei ich gestehen muß das olle gert die kurve
gut bekommen hat; in sachen seiner schreibwütigen frau....

ich will jetzt nicht nochweiter ins detail gehen; als quintessenz kann
vielleicht gesagt sein das es eine im groben weniger emotionale diskussion war
als ich es erwartet hätte. auch wenn mich gestern wieder die kernfrage
zur politik beschlich.

hat es überhaupt einen sinn wählen zu gehen?
hat es überhaupt einen sinn sich mit politik ausseinader zu setzen?

um es klarer zu fassen: ich halte demokratie für ein unding.
das ist aber nicht der punkt; wenn man versucht ein wenig hinter
den kulissen zu denken fällt einem unweigerlich auf das die eigentliche
macht in diesem und auch in allen anderen ländern nicht von der
politik sondern vielmehr von der wirtschaft ausgeht. ergo;
rolf bräuer for Kanzler. wobei diese erkenntnis nicht neu ist;
die frage ist die nach dem lösungsansatz.

kernfrage: wie kann man aktuell effektiv auf die sozialen verhältnisse einwirken?

politik? geld? soziales engagement? gewalt gegen sachen?
ist ein einwirken überhaupt sinnvoll?

meine auffassung zu diesen fragen will ich meiner nächsten wochenschau darlegen; bin auf eure meinungen gespannt....

  • :::: Kommentare ::::

    ....ist eine theatralische aufführung um der bevölkerung eine
    positive veränderung vorzugaukeln.


    ....ich wundere mich warum politik immer als "Macht des Volkes"
    bezeichnet wird. es ist doch nur eine "Macht der Mehrheit", aber ich schweife ab.


    zur demokratie, was haben sie dagegen?
    sicherlich ist die deuscthe demokratieform nicht die ursprungliche
    wie sie sich die alten athener gedacht haben, aber jetzt versuch auch
    mal 80 mio menschen zur gleichen zeit in einen raum zu bringen,
    und sooo viel mitbestimmungsrecht hat das deutsche volk auch
    nciht wie ihm vorgegaukelt wird (könnte die breite masse,
    diese infoflut verkarften?), mal abgesehn davon finde
    ich die amerikanische form noch abwegiger...


    aber ernsthaft:
    zunächst; ich glaube es war gleichfalls churchill der
    festgestellt hat das demokratie ansich ein unmöglicher
    zustand ist; nur das wir leider aktuell keine bessere
    alternative haben. mein problem damit ist die möglichkeit
    eine dumme idee; mit genug unterstüzung von genug dummen
    leuten durch zu setzen. da fällt mir der stoiber ede wieder
    ein; soll heißen; das thema staatshygiene fällt ggf.
    völlig weg. das die amis noch wesentlich schlimmer sind
    ist in der tat ein fakt. *binichjetzteinpotentiellerterrorist?!*


    allerdings war aristoteles auch schon deiner ansicht,
    demokratie ist die entartete form der volksherrrschaft,
    tyrannis aber auch die des königtums *gg*
    und die üüberlegung eine fähige person an die spitze zu
    sezten gab es damals auch schon, das ding war nur,
    die leute die man als fähig eintufte, hatten nicht den
    geringsten bezug dazu, finde mal jemanden der nicht nur
    theorethisches wissen hat, das auch noch anwenden kann,
    dazu ca 80 mio menschen führen kann
    (diese menschen sich regieren lassen), und das auch noch
    machen würde...
    wenn du mir denjenigen zeigst könnte ich unter umständen zustimmen...

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